Jährliche Arbeitstreffen der Partnerschaftsvereine im Bezirks Schwaben

  

4. Kommunales Arbeitstreffen in Diedorf am 9. April 2016

Partnerschaftsvereine aus dreizehn Kommunen erhalten wertvolle Impulse zur Jugendarbeit

Zahlreiche Kommunen des Bezirks Schwaben und der umgebenden Bezirke unterhalten seit langen Jahren Gemeindepartnerschaften mit Frankreich und anderen Ländern. Der Bestand solcher Beziehungen ist eng mit dem Engagement der einzelnen Vereine verknüpft. Bei den alljährlich stattfindenden Treffen der Partnerschaftsvereine besteht die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die Vereinsarbeit zu erhalten.

Die Vertreter der Partnerschaftsvereine vor dem Bügerhaus Diedorf. In der zweiten Reihe von rechts: Rudolf Schönle (Partnerschaftsverein Diedorf-Bonchamp), daneben Diedorfs Bürgermeister Peter Högg. In der obersten Reihe (dritter von re.) Landrat Martin Sailer.

In diesem Jahr fand das Treffen im Bürgerhaus Diedorf statt. Rudolf Schönle, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Diedorf-Bonchamp, konnte 35 Gäste aus dreizehn Kommunen begrüßen. Auch Diedorfs Bürgermeister Peter Högg hieß die Anwesenden willkommen und betonte die Wichtigkeit von internationalen Kontakten, wie sie in Diedorf zahlreich gepflegt werden. Gerade persönliche Freundschaften seien wichtig, um Vorbehalte und Ängste abzubauen und ein friedliches Europa zu erhalten. Landrat Martin Sailer führte in seinem Grußwort aus, dass die Vereine seit Jahren einen bedeutsamen Beitrag zum Kennenlernen der Nachbarländer leisteten. Gerade in der aktuellen Phase, in der der europäische Zusammenhalt oft in Frage gestellt werde, seien der Austausch und das Miteinander wichtiger denn je.

Das Hauptthema des Treffens betrifft fast alle Vereine: Viele Vorstände sind in die Jahre gekommen und es ist oft schwierig, junge Menschen für die Arbeit in Partnerschaftsvereinen zu gewinnen. Zu diesem Themenkreis war Daniel Beiter von der Medienfachberatung Schwaben eingeladen worden. Mit seiner Präsentation „Neue Medien in der Partnerschaft“ stellte Beiter Wege zur stärkeren Beteiligung von Jugendlichen vor. Grundlegend sei es, zunächst einige motivierte junge Menschen zu finden, die sich für das jeweilige Land interessieren und die sich zugleich gut mit den neuen Medien auskennen. Über Facebook, WhatsApp, Skype und sonstige Kanäle könnten Gleichgesinnte kontaktiert werden und es könne auf diese Weise eine Facebook-Gruppe entstehen. Als konkretes Beispiel wurde der deutsch-japanische Stammtisch in Augsburg genannt. Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht und beispielsweise Treffen zum gemeinsamen Kochen organisiert.

Es sei nicht nötig, dass jedes Vereinsmitglied Experte in der Medienlandschaft sei. Es reiche aus, wenn ein Verantwortlicher die Facebook-Gruppe organisiere. Es sei auch angebracht, den Jugendlichen beim Ausarbeiten eines Austauschprogramms möglichst viel Verantwortung zu übertragen, wobei die erfahreneren Mitglieder in Finanz- und Rechtsfragen beratend zur Seite stehen könnten. Hierbei habe sich die Devise fordern und fördern bewährt. Durch die Anbindung von lokalen Social-Media-Gruppen an größere, wie zum Beispiel den Deutsch-Französischen Jugendausschuss (DFJA), wäre ein weiterer Schritt getan. Mit der Hausaufgabe „Diese drei Dinge nehmen wir uns für die künftige Arbeit mit Jugendlichen vor“ endete der sehr interessante Vortrag. Ganz analog wird man sich beim Vereinstreffen im nächsten Jahr über die inzwischen gemachten Erfahrungen mit den neuen Medien austauschen können.

Text: Inge Christopher

 

3. Kommunales Arbeitstreffen in Aindling am 11. April 2015

Arbeitstreffen von 11 Partnerschaftskomitees aus den Landkreisen Aichach-Friedberg, Augsburg-Land und Donau-Ries in Aindling am 11. April 2015

Pressebericht:

Spitzenvertreter von Partnerschaftskomitees aus elf Kommunen hatten sich am 11. April 2015 zu ihrer Arbeitstagung im Aindlinger Rathaus zusammengefunden. Dieses Treffen findet regelmäßig einmal im Jahr an wechselnden Orten statt, nach Wertingen (2013) und Pöttmes (2014) war heuer die Marktgemeinde im Wittelsbacher Land an der Reihe. Die Zusammenkünfte dienen vorrangig dem Erfahrungsaustausch. Er ist deswegen besonders notwendig, weil Partnerschaftskomitees im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen über keine Dachorganisation verfügen und deshalb weder Stimme noch Einfluss in Entscheidungsgremien haben.

Für den erkrankten Aindlinger Bürgermeister Tomas Zinnecker, zugleich 2. Vorsitzender des Komitees, konnte Bürgermeisterin Gertrud Hitzler die Komitee-Vorsitzenden und weitere Vorstandsmitglieder aus drei schwäbischen Landkreisen im Sitzungssaal der Gemeinde am Lechrain begrüßen. Unter den Teilnehmern waren auch Vertreter von Partnerschaftskomitees, die sich in diesem Jahr neu diesem Kreis angeschlossen haben.
Unter ihnen waren etwa Vertreter des Arbeitskreises Gemeindepartnerschaft des Marktes Welden mit Frau Jasmin Dorner als Vorsitzender. Sie zeichnet verantwortlich für den Auf- und Ausbau der Kontakte zur tschechischen Gemeinde Nové Strašecí. „Gerade für Menschen“, so freut sich Frau Dorner, „die wie wir heute eine Gemeindepartnerschaft erst aufzubauen beginnen, sind solche Kontakte mit jenen, die sich dafür seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten engagieren, in vielfacher Hinsicht wertvoll. So hilft zum einen der Erfahrungsaustausch, manchen Fehler und unnötigen Umweg zu vermeiden, zum anderen inspirieren die Aktivitäten anderer die eigene Tätigkeit. Und, was angesichts mancher Schwierigkeit fast noch wichtiger ist, diese Zusammentreffen machen wirklich Mut für die eigene Arbeit.“

Ebenfalls erstmals neben dem allgemeinen Gespräch war für dieses Treffen mit einem eigenen Informationsteil ein weiterer Schwerpunkt aufgenommen worden. So stellte Frau Angelika Wonnenberg die Tätigkeitsgebiete des Europe-Direct-Informationszentrums Augsburg vor. Von der Europäischen Kommission mitfinanziert, ist es organisatorisch beim Oberbürgermeister der Stadt Augsburg angesiedelt und für ganz Schwaben zuständig. Besonders interessierten sich die Teilnehmer für konkrete Unterstützungsmöglichkeiten, die sich sogar bis in den schulischen Bereich erstrecken können.

Das Hauptreferat zu verschiedenen rechtlichen Aspekten ehrenamtlicher Vorstandstätigkeit hielt der Augsburger Rechtsanwalt Uwe Hartung. Durch eigene Vereinsarbeit auch in der alltäglichen Praxis selbst ein Experte, konnte er anschaulich die wichtigen Gesichtspunkte dieses weiten Themas in seinem umfassenden Vortrag darlegen. Wie seine sachkundigen Erläuterungen und die anschließenden Fragen zeigten, gibt es für Vorstände mehr als genug Problemfelder. Sie beginnen, außerdem noch Ländergrenzen überschreitend, bei den Informations- und Kontrollpflichten, reichen über die Jugend- und Nachwuchsarbeit sowie den Schüleraustausch und enden bei haftungsrechtlichen und versicherungstechnischen Fragen bei Veranstaltungen und Fahrten.

Diese verschiedenartigen Problemkreise fanden erwartungsgemäß auch im allgemeinen Meinungsaustausch ihren Niederschlag. Auch wenn sich auf viele Gebiete kein Einfluss nehmen lässt, sahen doch die Teilnehmer im Dialog zwischen den Partnerschaftskomitees eine weitere notwendige Aufgabe. „Für mich“, so fasste Frau Renate Unger, 1. Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Meitingen – Pouzauges, ihre Erfahrung zusammen, „ist die Teilnahme an den Partnerschaftskomitee-Treffen immer sehr wichtig, um Ideen auszutauschen und um so auch von den Projekten zu profitieren.“

Dieses interne Gespräch zu vertiefen und die Vernetzung zu fördern, war auch das erklärte Anliegen des 1. Vorsitzenden des Aindlinger Komitees, Josef Mančal. Nicht die zahlreichen Unterschiedlichkeiten seien maßgeblich, sondern das gemeinsame Ziel der Verständigung. „Nur sie“, wie er hervorhob, „ist in der Lage, Grenzen zu überschreiten und Vorurteile zu überwinden. Wir wissen, dass sich im Zeitalter sozialer Netzwerke Gemeinschaft ebenso neu definiert wie das Verständnis von Verständigung. Genauso ist uns klar, dass sich Gesellschaft und das Engagement für sie im ständigen Wandel befinden. Dies alles aber ändert nichts an unserem gemeinsamen Ziel der Verständigung zwischen Völkern, also vor allem der zwischen Menschen. Sie ist durch nichts zu ersetzen.“

Darin, dass sie selbst auf dem Weg zu diesem Ziel manches verbessern können, waren sich alle 30 Teilnehmer einig. Vielleicht, so ihre Hoffnung, stoßen noch weitere Partnerschaftskomitees dazu. Für ein erstes Fazit gibt es schon im nächsten Jahr eine gute Gelegenheit. Zum Arbeitstreffen 2016 lud Rudolf Schönle, der 1. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Diedorf-Bonchamp, in seine Heimatgemeinde ein